Milligramm CBD pro Tropfen: die Rechnung

Auf der Flasche steht ein Prozentwert, in der Pipette hängt ein Tropfen. Zwischen beiden liegt eine kurze Rechnung mit zwei Schritten.

Geprüft von Bernard Vos am

Zuletzt aktualisiert am

Was Milligramm pro Tropfen aussagt

Milligramm pro Tropfen gibt an, wie viel Cannabidiol eine einzelne Portion aus der Pipette enthält. Der Wert entsteht aus zwei Angaben: dem Gehalt der Flasche und der Anzahl der Tropfen darin.

Die Prozentangabe auf dem Etikett bezieht sich auf das gesamte Fläschchen. Sie sagt für sich genommen nichts über eine einzelne Portion. Erst die Teilung durch die Tropfenzahl macht die Zahl greifbar.

Vielleicht haben Sie zwei Fläschchen mit derselben Prozentangabe nebeneinander gesehen und unterschiedliche Tropfenangaben gelesen. Das ist kein Widerspruch. Die Pipetten unterscheiden sich.

Die Rechnung in zwei Schritten

Schritt eins bestimmt den Gesamtgehalt, Schritt zwei teilt ihn auf die Tropfen auf.

Schritt eins: Prozent mal Volumen. Ein Prozent entspricht 10 mg pro Milliliter. Bei 5 Prozent in 10 ml ergibt das rund 500 mg im Fläschchen. Bei 10 Prozent in 10 ml sind es rund 1.000 mg.

Schritt zwei: Gesamtgehalt geteilt durch die Tropfenzahl. Eine gängige Pipette gibt etwa 25 Tropfen pro Milliliter ab, also rund 250 Tropfen pro 10 ml. Aus 500 mg werden so rund 2 mg pro Tropfen.

Bei größeren Fläschchen ändert sich der Gesamtgehalt, nicht aber der Wert pro Tropfen. Ein 30-ml-Fläschchen mit 5 Prozent enthält rund 1.500 mg, verteilt auf rund 750 Tropfen. Pro Tropfen bleiben es rund 2 mg.

Übersicht der gängigen Stufen

Die folgende Tabelle rechnet die üblichen Prozentstufen für ein 10-ml-Fläschchen mit rund 250 Tropfen durch. Die Werte sind gerundet und gelten als Orientierung.

ProzentangabeGesamtgehalt pro 10 mlTropfen pro FläschchenGehalt pro Tropfen
3 Prozentrund 300 mgrund 250rund 1,2 mg
5 Prozentrund 500 mgrund 250rund 2 mg
10 Prozentrund 1.000 mgrund 250rund 4 mg
15 Prozentrund 1.500 mgrund 250rund 6 mg
20 Prozentrund 2.000 mgrund 250rund 8 mg
30 Prozentrund 3.000 mgrund 250rund 12 mg

Die Tabelle ist eine Rechenhilfe und keine Empfehlung zu einer Menge. Welche Menge für Sie in Frage kommt, gehört in ein Gespräch mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.

Warum die Tropfengröße schwankt

Ein Tropfen ist keine genormte Einheit, deshalb ist jede Tropfenrechnung eine Näherung. Vier Größen verschieben das Ergebnis.

Der Öffnungsdurchmesser der Pipette ist der größte Faktor. Bei 20 Tropfen pro Milliliter fällt jeder Tropfen um ein Fünftel größer aus als bei 25 Tropfen pro Milliliter. Aus rund 2 mg werden dann rund 2,5 mg.

Die Zähflüssigkeit des Trägeröls wirkt mit. MCT-Öl ist dünnflüssig, Hanfsamenöl und Olivenöl sind zäher. Zähere Öle bilden größere Tropfen.

Die Temperatur verändert die Zähflüssigkeit. Kalt gelagertes Öl fließt langsamer und tropft anders als Öl bei Zimmertemperatur.

Die Handhabung hat einen kleinen Anteil. Schnelles Drücken der Pipette erzeugt andere Tropfen als langsames Auslaufenlassen.

Wer genauer rechnen möchte, zählt einmal aus. Geben Sie den Inhalt einer vollen Pipette auf einen Löffel und zählen Sie die Tropfen. Daraus ergibt sich ein markenspezifischer Wert.

Prozent, Milligramm und Volumen auseinanderhalten

Drei Angaben auf dem Etikett beschreiben drei verschiedene Dinge, und ihre Verwechslung führt zu den meisten Rechenfehlern.

Die Prozentangabe beschreibt die Konzentration im Fläschchen. Sie ist eine Verhältniszahl, keine Menge.

Der Gesamtgehalt in Milligramm beschreibt die Menge im gesamten Fläschchen. Er hängt von Prozentangabe und Volumen zugleich ab.

Das Volumen in Millilitern beschreibt, wie lange ein Fläschchen bei gleichem Verbrauch reicht. Es sagt nichts über die Stärke.

Ein Beispiel dazu: Ein 30-ml-Fläschchen mit 5 Prozent enthält mehr Cannabidiol als ein 10-ml-Fläschchen mit 10 Prozent. Pro Tropfen liegt es trotzdem niedriger. Die Einordnung der Prozentstufen steht unter CBD-Konzentration.

Was die Rechnung nicht abdeckt

Die Tropfenrechnung beschreibt die zugeführte Menge, nicht die aufgenommene. Zwischen beiden liegt der Einnahmeweg.

Wer Öl kurz unter der Zunge behält, nutzt teilweise die Mundschleimhaut. Wer sofort schluckt, nimmt denselben Weg wie bei einer Kapsel. Die vorliegenden pharmakokinetischen Studien beschreiben deutliche Unterschiede zwischen diesen Wegen (Quelle: Millar et al., 2018).

Die Vergleichszahlen stehen unter Bioverfügbarkeit. Die Technik selbst ist unter sublinguale Einnahme beschrieben.

Umrechnung zwischen Prozentstufen

Wer zwischen zwei Prozentstufen vergleicht, rechnet über die Milligramm und nicht über die Tropfenzahl. Sonst verschiebt sich die Menge unbemerkt.

Ein Beispiel: Rund 8 mg entsprechen bei einem 5-Prozent-Öl etwa vier Tropfen und bei einem 10-Prozent-Öl etwa zwei Tropfen. Wer beim Wechsel die Tropfenzahl beibehält, verdoppelt die Menge.

Bei Kapseln entfällt diese Rechnung. Dort steht der Gehalt pro Stück fest, und eine feinere Abstufung ist nicht möglich. Bei Pflastern verteilt sich der Inhalt über die Tragezeit, sodass eine Angabe pro Zeitpunkt nicht zum Muster passt.

Was auf einem guten Etikett steht

Vier Angaben machen ein Etikett nachrechenbar.

  • Prozentangabe des Cannabidiols
  • Gesamtgehalt in Milligramm pro Fläschchen
  • Volumen in Millilitern
  • Tropfen pro Milliliter oder Gehalt pro Tropfen

Fehlt die letzte Angabe, hilft der Laborbericht weiter. Dort ist der Gehalt pro Milliliter oder pro Gramm dokumentiert. Worauf Sie dabei achten können, steht unter Analysezertifikat lesen.

Weicht Ihre eigene Rechnung stark von der Etikettangabe ab, gilt die geprüfte Angabe des Herstellers. Bei größeren Abweichungen ist eine Nachfrage beim Anbieter angebracht.

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Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zu Medikamenten wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Quellen

  1. 1.StudieA systematic review on the pharmacokinetics of cannabidiol in humansFrontiers in Pharmacology (). DOI: 10.3389/fphar.2018.01365