Cannabinoide: CBD, THC, CBG und CBN im Überblick
Geprüft von Bernard Vos am
Zuletzt aktualisiert am
Kurz gefasst
- Cannabinoide sind Stoffe, die an das Endocannabinoid-System im Körper andocken.
- Es gibt drei Gruppen: pflanzliche, körpereigene und synthetische Cannabinoide.
- In Deutschland entscheiden THC-Gehalt, Produktform und Kennzeichnung über die rechtliche Einordnung.
Was sind Cannabinoide?
Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die an das Endocannabinoid-System von Säugetieren andocken. Vielleicht haben Sie den Begriff schon im Zusammenhang mit CBD gehört. Hier sehen Sie das ganze Bild.
Die Hanfpflanze enthält über hundert Cannabinoide. Fünf davon werden in Forschung und Handel am häufigsten genannt: CBD, THC, CBG, CBN und CBDA.
Diese Seite gehört zur CBD-Wissensdatenbank von CBDviva. Kurzdefinitionen zu einzelnen Begriffen finden Sie im CBD-Lexikon.
Welche Gruppen von Cannabinoiden gibt es?
Cannabinoide lassen sich in drei Gruppen einteilen: pflanzliche, körpereigene und synthetische. Stellen Sie sich einen Schlüsselbund vor, bei dem drei verschiedene Schlüsselarten in dasselbe Schloss passen.
- Phytocannabinoide stammen aus Pflanzen, vor allem aus Cannabis sativa. Beispiele sind CBD, THC, CBG, CBN und CBDA.
- Endocannabinoide bildet der Körper selbst. Die bekanntesten heißen Anandamid und 2-AG.
- Synthetische Cannabinoide entstehen im Labor. Dazu zählen Arzneistoffe wie Nabilon, aber auch riskante Freizeitsubstanzen der Spice-Gruppe.
Alle drei Gruppen greifen am Endocannabinoid-System an. Ihr Verhalten unterscheidet sich danach deutlich.
Welche Cannabinoide stecken in der Hanfpflanze?
Die Hanfpflanze bildet über hundert Cannabinoide, von denen fünf im Handel eine Rolle spielen. Vielleicht haben Sie einige Kürzel schon auf einem Etikett gesehen.
Stellen Sie sich vor: Sie halten ein Vollspektrum-Öl in der Hand. Das Analysezertifikat listet CBD und daneben Spuren weiterer Verwandter. Welche das sind, zeigt die Tabelle.
| Cannabinoid | Berauschend? | Bekannteste Eigenschaft | Detailseite |
|---|---|---|---|
| CBD | nein | Hauptcannabinoid in handelsüblichen Produkten | Cannabidiol |
| THC | ja | rechtlich streng geregelt | Tetrahydrocannabinol |
| CBG | nein | Vorstufe vieler anderer Cannabinoide | Cannabigerol |
| CBN | schwach | entsteht durch Oxidation von THC | Cannabinol |
| CBDA | nein | Säureform von CBD in der frischen Pflanze | Cannabidiolsäure |
Wie diese Stoffe im fertigen Extrakt verteilt sind, hängt vom Spektrum ab. Den Vergleich finden Sie unter Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat.
Warum gilt CBG als Mutter-Cannabinoid?
CBG trägt diesen Beinamen, weil seine Säureform CBGA der Baustein für andere Cannabinoide ist. In der wachsenden Pflanze wandeln Enzyme CBGA in die Säureformen von CBD und THC um.
Je reifer die Pflanze wird, desto weniger CBGA bleibt übrig. Deshalb enthalten fertige Extrakte meist nur wenig CBG. Das erklärt auch, warum CBG-reiche Produkte seltener und teurer sind.
Ohne CBGA am Anfang gäbe es die bekannteren Cannabinoide nicht. Aus der Säureform wird die neutrale Form erst später, bei der Decarboxylierung.
Gibt es mehr als die fünf bekannten Cannabinoide?
Ja, die Pflanze bildet über hundert weitere Verbindungen, allerdings in sehr kleinen Mengen. Auf ausführlichen Analysezertifikaten tauchen Namen wie CBC (Cannabichromen) oder THCV (Tetrahydrocannabivarin) auf.
Beide sind bisher deutlich weniger untersucht als CBD. Für die Kaufentscheidung spielen sie kaum eine Rolle, weil die Konzentrationen sehr niedrig sind.
Wichtig bleibt: mehr Cannabinoide bedeuten nicht automatisch ein besseres Produkt. Entscheidend ist, was tatsächlich im Produkt steckt und ob das Laborergebnis dazu passt.
Wie greifen Cannabinoide in den Körper ein?
Cannabinoide docken an die Rezeptoren CB1 und CB2 des Endocannabinoid-Systems an. Stellen Sie sich CB1 und CB2 als Schlösser auf Zellen vor, in die verschiedene Schlüssel passen.
CB1-Rezeptoren sitzen vor allem auf Nervenzellen. CB2-Rezeptoren finden sich überwiegend auf Immunzellen.
THC bindet stark an CB1 und ruft dadurch den Rausch hervor (Quelle: Iffland & Grotenhermen, 2017). CBD bindet an beide Rezeptoren nur schwach.
CBD greift eher indirekt ein, unter anderem über Enzyme, die körpereigenes Anandamid abbauen. Die ausführliche Erklärung steht unter Endocannabinoid-System.
Ein Unterschied bleibt dabei wichtig. Das zugelassene Arzneimittel Epidyolex mit Cannabidiol ist etwas anderes als ein frei verkäufliches Produkt. Dosierung, Darreichung und ärztliche Begleitung unterscheiden sich grundlegend.
Was sagt das deutsche Recht zu Cannabinoiden?
In Deutschland richtet sich die Einordnung nach THC-Gehalt, Produktform und Kennzeichnung. Im Netz kursieren dazu widersprüchliche Angaben, deshalb hier die Eckpunkte.
Seit dem 1. April 2024 gilt das Konsumcannabisgesetz (KCanG). Es definiert Nutzhanf mit höchstens 0,3 Prozent THC. Produkte aus zertifizierten Nutzhanfsorten fallen damit nicht unter die Cannabis-Regeln. Die Einzelheiten stehen unter THC-Grenzwert und Rechtslage in Deutschland.
Lebensmittelrechtlich sieht es anders aus. CBD-Extrakte gelten in der EU als neuartige Lebensmittel ohne abgeschlossene Zulassung. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hält solche Lebensmittel deshalb für nicht verkehrsfähig. Mehr dazu unter Novel Food.
Für nicht berauschende Cannabinoide wie CBG, CBN und CBDA gilt derselbe Rahmen. Zusätzlich sind gesundheitsbezogene Aussagen streng geregelt, siehe Health Claims. HHC ist in Deutschland seit dem 27. Juni 2024 verboten.
Worauf achten Sie als Verbraucher?
Drei Punkte helfen bei der Orientierung: Spektrum, Laborbericht und Rücksprache bei Medikamenten.
- Lesen Sie die Detailseite des Cannabinoids, das Sie interessiert. Für die meisten Menschen ist das Cannabidiol oder THC.
- Prüfen Sie das Analysezertifikat der Charge. Ein Analysezertifikat zeigt, welche Cannabinoide in welcher Menge enthalten sind.
- Sprechen Sie mit Arzt oder Apotheker, wenn Sie Medikamente einnehmen. Hintergründe finden Sie unter Wechselwirkungen und Sicherheit.
Häufige Fragen
Was sind Cannabinoide in einem Satz? Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die an das Endocannabinoid-System andocken. Sie entstehen in Pflanzen, im eigenen Körper oder im Labor.
Wie viele Cannabinoide enthält Hanf? Die Hanfpflanze enthält über hundert Cannabinoide. Am häufigsten besprochen werden CBD, THC, CBG, CBN und CBDA.
Was unterscheidet Phytocannabinoide von Endocannabinoiden? Phytocannabinoide stammen aus Pflanzen, etwa CBD und THC. Endocannabinoide wie Anandamid bildet der Körper selbst. Beide docken an dieselben Rezeptoren an.
Sind alle Cannabinoide in Deutschland erlaubt? Nein. Entscheidend sind der THC-Gehalt, die Produktform und die lebensmittelrechtliche Einordnung. HHC ist seit dem 27. Juni 2024 verboten.
Die Informationen auf dieser Website dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihren Arzt oder Apotheker.
Quellen
- 1.Cannabidiol (CBD) Critical Review Report — World Health Organization, Expert Committee on Drug Dependence (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
- 2.An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol — Cannabis and Cannabinoid Research (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
- 3.Konsumcannabisgesetz (KCanG) — Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
- 4.FAQ Hanf, THC, Cannabidiol (CBD) — Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) (). Abgerufen am 31. Juli 2026.