CBD-Lexikon: Begriffe von A bis Z

Wer sich in CBD einliest, trifft binnen einer halben Stunde auf Dutzende Fachwörter: Spektrum, Decarboxylierung, Bioverfügbarkeit, Charge. Hier stehen die wichtigsten in kurzen Definitionen.

Geprüft von Bernard Vos am

Zuletzt aktualisiert am

Kurz gefasst

  • Jeder Begriff bekommt zuerst eine Definition in einem Satz.
  • Wo eine ausführliche Erklärung existiert, führt ein Link dorthin.
  • Die Gliederung folgt dem Weg vom Molekül über das Produkt bis zur Rechtslage.

Den Einstieg in das Thema gibt die CBD-Übersicht, die Grundlagen stehen unter Was ist CBD.

Cannabinoide: die Moleküle der Pflanze

Cannabinoide sind die Stoffgruppe, die für Hanf kennzeichnend ist. Über hundert davon sind beschrieben, wirtschaftlich relevant sind wenige.

  • Cannabidiol (CBD): das bekannteste Cannabinoid ohne berauschende Eigenschaft
  • THC: das berauschende Cannabinoid, in Nutzhanf streng begrenzt
  • CBG: die Vorstufe, aus der in der Pflanze viele andere Cannabinoide entstehen
  • CBN: entsteht, wenn THC über längere Zeit oxidiert
  • CBDA: die Säureform von Cannabidiol im frischen Pflanzenmaterial
  • Cannabinoide im Überblick: die Familie im Zusammenhang

Phytocannabinoid bezeichnet ein Cannabinoid aus der Pflanze, Endocannabinoid ein körpereigenes Gegenstück.

Wirkungsweise: wo Cannabinoide ansetzen

Das Endocannabinoid-System ist das körpereigene Netzwerk, an das Cannabinoide andocken. Ohne dieses System gäbe es keinen Angriffspunkt.

Spektrum: was im Extrakt geblieben ist

Das Spektrum beschreibt, wie viel vom ursprünglichen Pflanzenprofil ein Extrakt noch enthält. Es ist die wichtigste Unterscheidung auf einem Etikett.

Raw bezeichnet ein Extrakt, das nach der Extraktion kaum erhitzt wurde und deshalb noch CBDA enthält.

Produktformen

Die Produktform bestimmt, wie eine Menge abgemessen wird und über welchen Weg sie in den Körper gelangt. Der Extrakt darin ist oft derselbe.

  • Öl: Extrakt gelöst in einem Trägeröl, tropfenweise über eine Pipette abgemessen
  • Kapsel: eine feste Menge pro Stück, geschmacksneutral und geschluckt
  • Paste: hoch konzentrierter Extrakt in der Tube, zäh und kräuterig
  • Kristalle: reines Cannabidiol als Pulver, ohne Trägeröl
  • Kosmetik: Creme, Balsam oder Massageöl zur äußerlichen Pflege
  • Pflaster: Abgabe über die Haut, verteilt über mehrere Stunden
  • Produkte für Tiere: eigene Formulierung, eigener Rechtsrahmen

Pflanze und Herstellung

Zwischen Feld und Flasche liegen mehrere technische Schritte. Ihre Namen tauchen regelmäßig in Produktbeschreibungen auf.

  • Nutzhanf: die Hanfsorte mit höchstens 0,3 Prozent THC, zugelassen für den Anbau in der EU
  • Terpene: die aromatischen Bestandteile der Pflanze, verantwortlich für Geruch und Geschmack
  • CO₂-Extraktion: Gewinnung des Extrakts mit Kohlendioxid unter hohem Druck, ohne Lösemittelrest
  • Decarboxylierung: Umwandlung von CBDA in CBD durch Erhitzen
  • MCT-Öl: das häufigste Trägeröl, gewonnen aus Kokos
  • Hanfsamenöl: Speiseöl aus Hanfsamen, das selbst kein Cannabidiol enthält

Winterisierung bezeichnet die Abtrennung von Fetten und Wachsen nach der Extraktion. Trägeröl ist das Öl, in dem ein Extrakt gelöst wird.

Qualität und Laborwerte

Ein unabhängiger Laborbericht ist der einzige belastbare Nachweis für den Inhalt einer Flasche. Die zugehörigen Begriffe stehen auf jedem seriösen Etikett.

Charge ist ein einzelner Produktionsdurchlauf mit eigener Nummer. Nachweisgrenze ist der kleinste Wert, den ein Labor sicher messen kann. Cannabinoid-Profil ist die Tabelle mit allen gemessenen Cannabinoiden.

Anwendung und Aufnahme

Wie ein Produkt eingenommen wird, prägt den Aufnahmeweg ebenso stark wie der Inhalt. Vier Begriffe kehren dabei immer wieder.

First-Pass-Effekt beschreibt den Abbau in der Leber nach dem Schlucken, weshalb geschluckte Formen anders aufgenommen werden als sublinguale.

Sicherheit

Der Sicherheitsbereich sammelt, was vor der ersten Anwendung bekannt sein sollte. Wechselwirkungen sind dabei der praktisch wichtigste Punkt.

Cytochrom P450 ist die Enzymfamilie in der Leber, über die viele Wirkstoffe abgebaut werden.

Rechtsbegriffe

Der rechtliche Rahmen für CBD setzt sich in Deutschland aus mehreren Regelwerken zusammen. Die Begriffe daraus begegnen Käufern regelmäßig.

Konsumcannabisgesetz regelt Cannabis für Erwachsene und lässt zertifizierten Nutzhanf ausdrücklich unberührt.

Wie die Begriffe zusammenhängen

Die Wörter stehen nicht nebeneinander, sondern bauen aufeinander auf. Ein Beispiel macht das greifbar.

Auf einem Etikett steht „10 Prozent Vollspektrum, MCT-Öl, Charge 2026-B12, CoA online". Vier Begriffe daraus sind oben erklärt. Das Spektrum sagt, was im Extrakt geblieben ist. Das Trägeröl erklärt Geschmack und Konsistenz. Die Chargennummer verweist auf den Laborbericht, und das CoA belegt den Inhalt.

Wer diese Kette einmal durchschaut hat, liest eine Produktbeschreibung in Sekunden statt in Minuten.

Wichtiger Hinweis

Diese Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder bei laufender Medikation wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Quellen

  1. 1.Cannabidiol Novel Food consultationEuropean Food Safety Authority ()