CBD-Herstellung: von der Hanfpflanze zum Extrakt

Zwischen dem Hanffeld und der fertigen Flasche liegen mehrere technische Schritte. Jeder davon beeinflusst, welche Cannabinoide am Ende messbar sind und wie sauber das Extrakt ausfällt.

Geprüft von Bernard Vos am

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Warum die Herstellung über den Inhalt entscheidet

Zwei Öle mit derselben Prozentangabe können sehr unterschiedliche Produkte sein, denn die Herstellung bestimmt alles außer der Zahl auf dem Etikett. Verfahren, Temperatur und Reinigungsschritte legen fest, was neben Cannabidiol im Extrakt landet.

Stellen Sie sich zwei Flaschen mit je 5 Prozent vor. Die eine stammt aus überkritischer CO₂-Extraktion, die andere aus einem Ethanol-Verfahren. Beide Angaben stimmen, und trotzdem unterscheiden sich Farbe, Geruch und Nebencannabinoide deutlich.

Für Verbraucher bleiben diese Schritte unsichtbar. Sichtbar wird das Ergebnis erst im Laborbericht.

Die Schritte im Überblick

Die Herstellung von CBD-Extrakt folgt einer festen Reihenfolge aus sechs Stationen. Jede Station baut auf der vorherigen auf.

  1. Anbau und Ernte: zertifizierter Nutzhanf, geerntet und getrocknet.
  2. Extraktion: die Cannabinoide werden aus dem Pflanzenmaterial gelöst.
  3. Decarboxylierung: aus der Säureform CBDA entsteht Cannabidiol.
  4. Reinigung: je nach Zielprodukt bleiben Begleitstoffe erhalten oder werden abgetrennt.
  5. Formulierung: das zähe Extrakt wird in einem Trägeröl auf die gewünschte Konzentration gebracht.
  6. Analyse und Abfüllung: ein Labor prüft die Charge, danach geht sie in die Flasche.

Manche Betriebe drehen Schritt zwei und drei um und erhitzen bereits das Pflanzenmaterial. Das Ergebnis ist chemisch vergleichbar.

Extraktion: drei Verfahren in der Praxis

Bei der Extraktion löst ein Lösemittel die Cannabinoide aus dem getrockneten Pflanzenmaterial. Drei Verfahren sind marktüblich, und sie unterscheiden sich in Kosten, Sauberkeit und Aufwand.

CO₂-Extraktion arbeitet mit Kohlendioxid unter hohem Druck. Das Gas entweicht am Ende vollständig, Lösemittelreste bleiben deshalb nicht zurück (Quelle: Rochfort et al., 2020). Wie das Verfahren im Detail abläuft, steht unter CO₂-Extraktion.

Ethanol-Extraktion ist günstiger und in der Lebensmittelproduktion etabliert. Ethanol löst allerdings auch Chlorophyll, weshalb ein zusätzlicher Reinigungsschritt nötig wird.

Kohlenwasserstoff-Extraktion mit Butan oder Propan spielt für europäische Verbraucherprodukte kaum eine Rolle. Rückstände dieser Lösemittel sind schwerer zu beherrschen.

Decarboxylierung: aus CBDA wird CBD

In der lebenden Pflanze liegt Cannabidiol fast vollständig als Säureform CBDA vor. Erst Wärme spaltet ein Kohlendioxid-Molekül ab, und daraus entsteht CBD (Quelle: Wang et al., 2016).

Ohne diesen Schritt enthält eine Flasche kein CBD, sondern CBDA. Beide Formen sind chemisch verwandt, aber nicht identisch. Die Einzelheiten zu Temperatur und Dauer stehen unter Decarboxylierung.

Nach der Extraktion: Vollspektrum, Breitspektrum oder Isolat

Nach der Extraktion entscheidet der Hersteller, wie weit er das Extrakt reinigt. Diese Entscheidung ergibt die drei bekannten Produkttypen.

Bleibt die Pflanzenmatrix erhalten, entsteht Vollspektrum. Wird gezielt THC abgetrennt, entsteht Breitspektrum. Wird alles außer Cannabidiol entfernt, bleibt ein Isolat als weißes Pulver zurück.

Der Vergleich der drei Varianten steht unter CBD-Spektrum.

Trägeröl und Abfüllung

Reines Extrakt ist zäh und lässt sich nicht tropfenweise dosieren, deshalb kommt ein Trägeröl dazu. Üblich sind MCT-Öl aus Kokos und Hanfsamenöl.

Die Menge des Trägeröls legt die Konzentration fest. Aus derselben Extraktcharge entstehen so 5-Prozent- und 10-Prozent-Produkte. Was die Prozentangabe praktisch bedeutet, ordnet die Seite CBD-Dosierung ein.

Was der Laborbericht über die Herstellung verrät

Der Laborbericht ist die einzige Stelle, an der Herstellungsentscheidungen für Verbraucher sichtbar werden. Vier Zeilen sind dafür aufschlussreich.

  • Lösemittelreste: bei CO₂-Extraktion praktisch nicht nachweisbar.
  • Verhältnis CBD zu CBDA: zeigt, wie vollständig decarboxyliert wurde.
  • Nebencannabinoide: passen sie zum angegebenen Spektrum?
  • THC-Gehalt: er muss den deutschen Vorgaben entsprechen, siehe THC-Grenzwert.

Wie Sie einen solchen Bericht Zeile für Zeile lesen, steht unter Analysezertifikat.

Rechtlicher Rahmen der Herstellung

Für Hanfextrakte in Lebensmitteln ist das Novel-Food-Verfahren auf EU-Ebene bislang nicht abgeschlossen. Die zuständige Behörde hat den Bewertungsprozess 2022 unterbrochen und offene Datenfragen benannt (Quelle: EFSA-Bewertung, siehe Quellenverzeichnis).

Unabhängig davon gelten die allgemeinen Anforderungen an Lebensmittelbetriebe: Hygiene, Rückverfolgbarkeit und dokumentierte Prozessparameter. Den Überblick zur deutschen Lage bietet Rechtslage in Deutschland.

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Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zu Medikamenten wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Quellen

  1. 1.StudieSupercritical Fluid Extraction of HempMolecules (). DOI: 10.3390/molecules25102425
  2. 2.StudieDecarboxylation Study of Acidic CannabinoidsCannabis and Cannabinoid Research (). DOI: 10.1089/can.2016.0020
  3. 3.Cannabidiol Novel Food consultationEuropean Food Safety Authority ()