CBD-Anwendung: Formen, Einnahme und Grundlagen
Was in der Flasche ist, beschreibt nur die Hälfte. Die andere Hälfte ist die Anwendung: welche Form, welche Menge, welcher Einnahmeweg und welcher Zeitpunkt.
Geprüft von Bernard Vos am
Zuletzt aktualisiert am

Was die Anwendung von CBD umfasst
Die Anwendung von CBD besteht aus vier zusammenhängenden Entscheidungen: Produktform, Menge, Einnahmeweg und Zeitpunkt. Jede dieser Entscheidungen verändert, wie viel Cannabidiol in welchem Tempo in den Blutkreislauf gelangt.
Vielleicht haben Sie eine Flasche Öl vor sich stehen und fragen sich, wie viele Tropfen sinnvoll sind. Auf diese Frage gibt es keine einzelne Antwort. Prozentangabe, Tropfengröße, Einnahmeweg und persönliche Faktoren greifen ineinander.
CBDviva gibt keine Empfehlung zur Menge ab. Wir erklären die Bausteine, damit Sie ein Gespräch mit Ärztin, Arzt oder Apotheke gezielter führen können.
Warum der Einnahmeweg so viel ausmacht
Der Anteil des Cannabidiols, der tatsächlich in den Blutkreislauf gelangt, hängt stark vom Einnahmeweg ab. Forscher werteten dazu die vorliegenden pharmakokinetischen Studien systematisch aus (Quelle: Millar et al., 2018). Bei geschluckten Produkten fällt der Anteil niedriger aus als bei Aufnahme über die Mundschleimhaut.
Der Grund liegt in der Leber. Was Sie schlucken, passiert zuerst den Verdauungstrakt und den Leberstoffwechsel. Ein Teil wird dabei umgebaut, bevor er überhaupt im Blut ankommt. Dieser Vorgang heißt First-Pass-Effekt.
Auch das zeitliche Muster unterscheidet sich. Eine Kapsel erzeugt einen Anstieg über mehrere Stunden. Ein Pflaster gibt den Wirkstoff über den Tag verteilt an die Haut ab. Zwei Produkte mit derselben Milligramm-Angabe verhalten sich deshalb unterschiedlich.
Die vier Bausteine jeder Anwendung
Ohne diese vier Größen lässt sich keine sinnvolle Aussage über eine Menge treffen.
- Produktform bestimmt den Weg durch den Körper. Öl, Kapsel, Pflaster und Kosmetik verhalten sich jeweils anders.
- Konzentration sagt, wie viel Cannabidiol pro Einheit enthalten ist. Ein 5-Prozent-Öl enthält rund 500 mg pro 10 ml.
- Einnahmeweg bestimmt das Tempo. Unter der Zunge gehalten verläuft die Aufnahme anders als beim Schlucken.
- Bioverfügbarkeit beschreibt den Anteil, der im Blut ankommt.
Diese vier Größen treffen bei jeder konkreten Anwendung zusammen. Die Rechenwege dazu stehen unter CBD-Dosierung: Begriffe und Grundlagen und unter Milligramm pro Tropfen.
Produktformen im Überblick
Jede Produktform hat ein eigenes Anwendungsprofil, und die Wahl fällt meist nach Alltagstauglichkeit.
Öl ist die verbreitetste Form. Über die Pipette lässt sich die Menge fein abstufen, und die Einnahme unter der Zunge ist möglich. Der Eigengeschmack ist deutlich erdig. Eine Übersicht finden Sie unter CBD-Öl.
Kapseln enthalten eine feste Menge pro Stück und sind geschmacksneutral. Dafür entfällt die feine Abstufung, und die Aufnahme läuft ausschließlich über den Verdauungsweg. Mehr dazu unter CBD-Kapseln.
Pflaster geben den Inhalt über viele Stunden an die Haut ab. Sie sind praktisch, wenn eine gleichmäßige Abgabe gewünscht ist. Details stehen unter CBD-Pflaster.
Kosmetik wird äußerlich aufgetragen und ist auf die Hautpflege ausgerichtet. Eine nennenswerte Aufnahme in den Blutkreislauf findet dabei nicht statt. Die Produktgruppe ist unter CBD-Kosmetik beschrieben.
Unter der Zunge oder schlucken?
Wer Öl unter der Zunge behält, nutzt die Blutgefäße der Mundschleimhaut und umgeht damit teilweise den Leberstoffwechsel. Üblich sind etwa 60 bis 90 Sekunden, bevor der Rest geschluckt wird.
Wer sofort schluckt, verliert diesen Unterschied weitgehend. Das Öl nimmt dann denselben Weg wie eine Kapsel. Die Vergleichszahlen zu den Einnahmewegen stehen unter Bioverfügbarkeit, die Technik selbst unter sublinguale Einnahme.
Eine Mahlzeit spielt ebenfalls eine Rolle. Cannabidiol ist fettlöslich, und fetthaltige Nahrung verändert die Aufnahme im Darm. Bei der Einnahme über die Mundschleimhaut fällt dieser Punkt weniger ins Gewicht.
Menge: was Prozent und Tropfen bedeuten
Die Prozentangabe auf der Flasche bezieht sich auf die Gesamtmenge Cannabidiol im Volumen, nicht auf eine Menge pro Tropfen. Aus diesen beiden Werten ergibt sich der Gehalt pro Tropfen erst durch eine kurze Rechnung.
Ein Beispiel: 10 ml mit 5 Prozent ergeben rund 500 mg. Eine Standardpipette liefert etwa 250 Tropfen pro 10 ml, also rund 2 mg pro Tropfen. Bei einer größeren Pipettenöffnung fällt der Wert anders aus.
Vertiefende Seiten dazu:
- Milligramm pro Tropfen berechnen
- CBD-Konzentration: 5, 10 oder 20 Prozent
- Mikrodosierung als Verteilungsmuster
- Wirkdauer: Zeitverlauf und Verweildauer im Körper

Vor der ersten Anwendung
Drei Punkte sind unabhängig von Produktform und Menge für alle relevant.
Wechselwirkungen mit Medikamenten stehen an erster Stelle. Cannabidiol beeinflusst Enzyme der Cytochrom-P450-Familie in der Leber. Dieselben Enzyme bauen viele Arzneimittel ab. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sprechen Sie vorab mit Ihrer Apotheke. Der Hintergrund steht unter Wechselwirkungen.
Unerwünschte Begleiterscheinungen wurden in der Übersichtsarbeit von Iffland und Grotenhermen zusammengetragen (Quelle: Iffland & Grotenhermen, 2017). Beschrieben werden unter anderem Müdigkeit, veränderter Appetit und Verdauungsbeschwerden. Details stehen unter Nebenwirkungen.
Schwangerschaft und Stillzeit bilden eine eigene Kategorie, in der Fachstellen von der Anwendung abraten. Die Einordnung steht unter CBD in der Schwangerschaft.
Typische Fehler am Anfang
Vier Muster wiederholen sich bei neuen Anwendern, und alle vier lassen sich vermeiden.
Der erste ist der schnelle Sprung zu einer hohen Prozentangabe. Ein 10-Prozent-Öl enthält doppelt so viel pro Tropfen wie ein 5-Prozent-Öl. Wer die Tropfenzahl beibehält, verdoppelt damit die Menge.
Der zweite ist der Vergleich von Prozentangaben ohne Umrechnung in Milligramm. Zwei Flaschen mit gleicher Prozentangabe können pro Tropfen deutlich abweichen, wenn die Pipetten unterschiedlich groß sind.
Der dritte ist das sofortige Schlucken beim Öl. Der Umweg über die Mundschleimhaut entfällt dann fast vollständig.
Der vierte ist die Erwartung eines sofortigen Ergebnisses. Studien beschreiben Beobachtungszeiträume von Tagen bis Wochen, nicht von Minuten.
Wann Sie fachlichen Rat einholen sollten
Bei Medikamenteneinnahme, bestehenden Erkrankungen, Lebererkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit und bei Minderjährigen gehört die Entscheidung in fachliche Hände. Apotheken haben Zugriff auf Interaktionsdatenbanken und können Ihre konkrete Medikamentenliste einordnen.
Auch bei ungewohnten Reaktionen nach der Einnahme ist ein ärztliches Gespräch der richtige Schritt. Eine Verkaufsberatung ersetzt das nicht.
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Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zu Medikamenten wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Quellen
- 1.StudieA systematic review on the pharmacokinetics of cannabidiol in humans — Frontiers in Pharmacology (). DOI: 10.3389/fphar.2018.01365
- 2.StudieAn update on safety and side effects of cannabidiol: a review of clinical data and relevant animal studies — Cannabis and Cannabinoid Research (). DOI: 10.1089/can.2016.0034