Die Hanfpflanze und ihre Bestandteile

Jedes CBD-Produkt beginnt als Pflanze auf einem Feld. Wer weiß, welche Stoffe Cannabis sativa bildet und wo sie entstehen, versteht Etiketten und Laborberichte deutlich schneller.

Geprüft von Bernard Vos am

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Woher CBD stammt

Cannabidiol ist ein Stoff, den die Hanfpflanze selbst bildet, botanisch Cannabis sativa. Innerhalb dieser Art gibt es Sorten mit sehr unterschiedlichen chemischen Profilen. Für CBD-Produkte kommen ausschließlich Nutzhanfsorten infrage.

Ob Cannabis sativa, Cannabis indica und Cannabis ruderalis eigene Arten sind, war jahrzehntelang Gegenstand fachlicher Debatten (Quelle: Small & Cronquist, 1976). In der europäischen Praxis zählt eine andere Trennlinie: der THC-Gehalt der zugelassenen Sorte.

Vielleicht sind Sie im Sommer an einem Hanffeld vorbeigefahren. Solche Felder liefern Fasern, Samen oder Blütenmaterial für Extrakte, je nach Sorte und Erntezeitpunkt.

Was die Pflanze bildet

Cannabis sativa produziert mehrere hundert Verbindungen, von denen vier Gruppen für CBD-Produkte eine Rolle spielen.

Cannabinoide kommen praktisch nur in dieser Pflanzengattung vor. Neben Cannabidiol gehören CBG, CBN, CBDA und THC dazu. Einen Überblick gibt die Seite Cannabinoide.

Terpene sind die flüchtigen Aromastoffe und bestimmen den Geruch. Sie kommen auch in Hopfen, Zitrusschalen und Nadelbäumen vor, siehe Terpene im Hanf.

Flavonoide sind Farb- und Gerbstoffe, die viele Pflanzen bilden. Einige davon, die Cannaflavine, sind für Hanf typisch und bislang wenig untersucht.

Samenfette stehen etwas abseits. Sie stecken im Samen, nicht in der Blüte, und enthalten kein Cannabidiol. Mehr dazu unter Hanfsamenöl.

Wo die Cannabinoide entstehen

Cannabinoide und Terpene entstehen gemeinsam in den Trichomen, den winzigen Harzdrüsen auf Blüten und oberen Blättern. Unter der Lupe sehen sie aus wie kleine Stiele mit einem Kopf.

Diese Drüsen sind der eigentliche Rohstoff für jede Extraktion. Stängel und Wurzeln enthalten kaum verwertbare Mengen. Deshalb bestimmt der Blütenanteil einer Ernte, wie ergiebig sie für die Extraktion ist.

Zum Erntezeitpunkt liegt der größte Teil des Cannabidiols noch in der Säureform CBDA vor. Erst Wärme wandelt diese Säureform um, siehe CBDA.

Ob das Zusammenspiel von Cannabinoiden und Terpenen im fertigen Extrakt eine eigene Bedeutung hat, wird seit Jahren diskutiert (Quelle: Russo, 2011). Die Debatte dazu steht unter Entourage-Effekt.

Nutzhanf und Cannabis: dieselbe Art, zwei Wege

Nutzhanf und Cannabis im umgangssprachlichen Sinn gehören zur selben Art, unterscheiden sich aber im THC-Gehalt und im Verwendungszweck. Diese Trennung ist rechtlich gezogen, nicht botanisch.

Nutzhanf sind registrierte Sorten mit höchstens 0,3 Prozent THC. Sie liefern Fasern, Samen und Blütenmaterial für Extrakte. Details dazu stehen unter Nutzhanf.

THC-reiche Sorten erreichen ein Vielfaches dieses Werts und fallen in Deutschland unter das Konsumcannabisgesetz. Für den Handel mit CBD-Produkten sind sie ohne Bedeutung. Den rechtlichen Rahmen ordnet Rechtslage in Deutschland ein.

Vom Feld in die Flasche

Zwischen Ernte und fertigem Produkt liegen vier Schritte, die das spätere Profil prägen: Trocknung, Extraktion, Umwandlung der Säureform und Formulierung.

Nach der Ernte wird das Blütenmaterial schonend getrocknet. Zu hohe Temperaturen kosten Terpene, zu feuchte Lagerung begünstigt Schimmel.

Bei der Extraktion wird der harzhaltige Anteil vom Pflanzenmaterial getrennt. Anschließend entscheidet die Aufreinigung, ob ein Vollspektrum-, Breitspektrum- oder Isolat-Extrakt entsteht, siehe CBD-Spektrum.

Im letzten Schritt wird der Extrakt in einem Trägeröl gelöst, bis die gewünschte Konzentration erreicht ist. Welche Öle dafür üblich sind, steht unter CBD-Inhaltsstoffe.

Warum es so viele Sorten gibt

Züchter selektieren seit Generationen auf bestimmte Eigenschaften, etwa Faserertrag, Samenertrag oder Cannabinoid-Profil. Daraus sind hunderte Sorten mit sehr verschiedener Zusammensetzung entstanden.

Eine Fasersorte wächst hoch und schnell, bildet aber wenig Harz. Eine Sorte für die Extraktion setzt auf Blütenmasse und einen hohen Cannabidiol-Anteil bei niedrigem THC-Gehalt. Für den Anbau in der EU sind nur eingetragene Sorten zugelassen.

Für Käuferinnen und Käufer zählt am Ende weniger der Sortenname als der Laborbericht zur konkreten Charge, siehe CBD-Qualität.

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Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zu Medikamenten wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Quellen

  1. 1.StudieA practical and natural taxonomy for CannabisTaxon (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
  2. 2.StudieTaming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effectsBritish Journal of Pharmacology (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
  3. 3.FAQ Hanf, THC, Cannabidiol (CBD)Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ()