Was ist CBD? Cannabidiol einfach erklärt

CBD steht für Cannabidiol, einen natürlichen Stoff aus der Hanfpflanze. Hier lesen Sie, was dahintersteckt, wie sich CBD von THC unterscheidet und wie aus Pflanzenmaterial ein Extrakt wird.

Geprüft von Bernard Vos am

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CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol, einen natürlichen Stoff aus der Hanfpflanze. Er steckt vor allem in Blüten und Blättern und wird durch Extraktion gewonnen. CBD ist nicht dasselbe wie THC und ruft keinen Rausch hervor. Eine Übersicht aller Themen finden Sie in der CBD-Wissensdatenbank.

Was CBD genau ist

Cannabidiol ist eines von über hundert Cannabinoiden der Hanfpflanze Cannabis sativa. Cannabinoide sind Pflanzenstoffe, die an bestimmten Andockstellen im Körper Kontakt aufnehmen können. CBD zählt zu den am besten untersuchten dieser Stoffe.

Der Stoff ist nicht berauschend. Deshalb fällt Nutzhanf mit höchstens 0,3 Prozent THC in Deutschland nicht unter das Konsumcannabisgesetz. Verkauft wird CBD als Öl, Kapsel, Creme oder Pflaster. Das molekulare Profil, also chemische Struktur und Verwandtschaft zu anderen Cannabinoiden, steht auf der Seite Cannabidiol als Molekül.

Worin sich CBD und THC unterscheiden

CBD und THC stammen aus derselben Pflanze, verhalten sich im Körper aber unterschiedlich. THC dockt direkt und stark am CB1-Rezeptor im Nervensystem an und löst dadurch den typischen Rausch aus. CBD bindet an dieselbe Stelle kaum und ruft diesen Effekt nicht hervor.

Für Produkte aus zertifiziertem Nutzhanf gilt in Deutschland ein THC-Wert von höchstens 0,3 Prozent. Was dieser Grenzwert praktisch bedeutet, steht unter THC und CBD im Vergleich und ausführlich unter THC-Grenzwert.

EigenschaftCBDTHC
BerauschendNeinJa
Bindung an CB1-RezeptorKaumStark
Grenzwert in Nutzhanf (DE)Kein GrenzwertHöchstens 0,3 Prozent
VorkommenHanf und CannabisVor allem in Cannabis

Warum Hanf und Cannabis dieselbe Pflanze sind

Hanf und Cannabis sind botanisch beide Cannabis sativa, unterschieden wird nach Verwendungszweck und THC-Gehalt. Nutzhanf ist die Sorte mit sehr niedrigem THC-Anteil, angebaut für Fasern, Samen und Extrakte. Als Cannabis bezeichnet der Alltagsgebrauch die THC-reichen Sorten.

Diese Unterscheidung ist rechtlich entscheidend. Nur zertifizierte Nutzhanfsorten aus dem EU-Sortenkatalog dürfen für die Gewinnung von CBD angebaut werden. Mehr zur Botanik steht unter Nutzhanf.

Wie CBD aus der Pflanze gewonnen wird

Aus getrocknetem Pflanzenmaterial wird das Cannabidiol durch ein Lösungsmittelverfahren herausgeholt. Am verbreitetsten ist die CO2-Extraktion: Unter hohem Druck strömt Kohlendioxid durch das Pflanzenmaterial, nimmt Cannabinoide und Terpene mit und verflüchtigt sich danach rückstandslos.

Zwei weitere Verfahren sind gebräuchlich:

  • Ethanol-Extraktion: ergiebig, verlangt aber eine saubere Nachreinigung, damit kein Alkohol zurückbleibt
  • Öl-Extraktion: das älteste Verfahren, mit Pflanzenöl als Lösungsmittel, liefert einen weniger konzentrierten Extrakt

Nach der Extraktion folgt die Reinigung. Anschließend prüft ein Labor den THC-Gehalt und untersucht die Charge auf Verunreinigungen. Details zum gängigsten Verfahren stehen unter CO2-Extraktion.

Vollspektrum, Breitspektrum oder Isolat

Ein CBD-Extrakt kann drei Zusammensetzungen haben, und diese Wahl steht auf jedem guten Etikett. Sie entscheidet über Geschmack, Begleitstoffe und die Frage nach THC-Spuren.

Vollspektrum enthält alle Cannabinoide und Terpene der Pflanze, einschließlich THC-Spuren unterhalb des Grenzwerts. Die Vorstellung, dass die Stoffe zusammen anders auftreten als einzeln, heißt Entourage-Effekt und ist eine Hypothese, kein gesichertes Ergebnis.

Breitspektrum enthält die Begleitstoffe ebenfalls, das THC wurde jedoch gezielt entfernt.

Isolat ist nahezu reines Cannabidiol, aufgereinigt zu weißem kristallinem Pulver. Ohne weitere Cannabinoide, ohne Terpene, ohne Eigengeruch.

TypTHCWeitere CannabinoideTerpene
VollspektrumSpuren unter 0,3 ProzentJaJa
BreitspektrumEntferntJaTeilweise
IsolatKeinesNeinNein

Ausführlich je Variante: Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat.

In welchen Produktformen CBD verkauft wird

Derselbe Extrakt steckt in sehr unterschiedlichen Verpackungen. Die Form bestimmt, wie Sie das Produkt verwenden und wie fein Sie die Menge einteilen können.

CBD-Öl ist die häufigste Form. Sie dosieren mit der Pipette, Tropfen für Tropfen, meist unter der Zunge. Zur Kategorie: CBD-Öl.

Kapseln enthalten eine feste Menge pro Stück und werden mit Wasser geschluckt. Kein Geschmack, dafür weniger Spielraum beim Einteilen. Zur Kategorie: CBD-Kapseln.

Kosmetik wie Creme und Balsam tragen Sie auf die Haut auf, an genau der Stelle, die Sie pflegen möchten. Zur Kategorie: CBD-Kosmetik.

Pflaster geben den Extrakt über mehrere Stunden verteilt über die Haut ab. Zur Kategorie: CBD-Pflaster.

Was im Körper mit CBD passiert

Cannabidiol trifft auf das Endocannabinoid-System, ein Netzwerk aus Rezeptoren, körpereigenen Botenstoffen und abbauenden Enzymen. Dieses System kommt bei nahezu allen Säugetieren vor und ist an Vorgängen wie Appetit, Körpertemperatur und Stimmung beteiligt.

CBD bindet selbst kaum an die CB1- und CB2-Rezeptoren. Untersucht werden vor allem indirekte Wege, etwa ein langsamerer Abbau körpereigener Botenstoffe und der Kontakt zu Serotonin-Rezeptoren und TRPV1-Kanälen (Quelle: Iffland & Grotenhermen, 2017). Wie viel davon überhaupt im Blut ankommt, hängt stark vom Aufnahmeweg ab (Quelle: Millar et al., 2018).

Das ist eine Beschreibung von Beobachtungen aus der Forschung. Über einen Nutzen bei bestimmten Beschwerden sagt sie nichts aus. Mehr zum Mechanismus steht unter Endocannabinoid-System.

Seit wann CBD bekannt ist

Cannabidiol wurde 1940 erstmals aus der Hanfpflanze isoliert, die genaue chemische Struktur klärte Raphael Mechoulam 1963 auf. Neu ist also nicht der Stoff, sondern der breite Verkauf an Verbraucher, der etwa ab 2015 einsetzte.

Die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems in den 1990er Jahren erklärte, warum Cannabinoide im Körper überhaupt andocken können. Seitdem läuft die Forschung an Cannabidiol kontinuierlich weiter.

Woran Sie ein zuverlässiges Produkt erkennen

Ein verlässliches CBD-Produkt hat ein Analysezertifikat, das den gemessenen CBD- und THC-Gehalt der Charge ausweist. Zwei Flaschen können identisch aussehen und völlig verschieden zusammengesetzt sein. Der Laborbericht ist die einzige Möglichkeit, das zu prüfen.

Auf dem Zertifikat, oft CoA genannt, stehen die Messwerte je Cannabinoid sowie eine Chargennummer. So sehen Sie, ob der THC-Wert unter dem Grenzwert bleibt und ob die angegebene CBD-Menge stimmt. Achten Sie zusätzlich auf die Milligramm-Angabe, den Extrakttyp und das verwendete Trägeröl. Wie Sie ein solches Dokument lesen, steht unter Analysezertifikat.

Häufige Missverständnisse

"CBD ist dasselbe wie Gras." Falsch. Der Rausch geht auf THC zurück, und in CBD-Produkten steckt davon höchstens eine Spur.

"Pflanzlich, also unbedenklich." Nicht automatisch. Pflanzenstoffe können unerwünschte Effekte haben und mit Medikamenten in Kontakt geraten, vor allem über Leberenzyme der CYP450-Familie. Siehe Wechselwirkungen.

"Mehr CBD ist immer besser." Falsch. Eine höhere Menge führt nicht automatisch zu einem stärkeren Ergebnis, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Effekte wie Mundtrockenheit oder Müdigkeit.

"Der Körper nimmt alles auf, was in der Flasche ist." Nicht ganz. Wie viel im Blut ankommt, hängt vom Aufnahmeweg ab: unter der Zunge anders als über den Magen.

Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist

In einigen Situationen gehört CBD vorher besprochen, nicht ausprobiert. Das gilt besonders bei:

  • Einnahme von Medikamenten, die über die Leber abgebaut werden, etwa Blutverdünner oder Antiepileptika
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • bekannten Leber- oder Nierenerkrankungen
  • laufender Behandlung einer Grunderkrankung
  • unerwarteten Beobachtungen wie Schwindel oder auffälligen Leberwerten

Wie der rechtliche Rahmen in Deutschland aussieht, steht unter Rechtslage.


Die Informationen auf dieser Website dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen an Ihren Arzt oder Apotheker.

Quellen

  1. 1.Offizielle StelleCannabidiol Novel Food consultationEuropean Food Safety Authority (EFSA) (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
  2. 2.Offizielle StelleCannabidiol, assessment reportEuropean Medicines Agency (EMA) (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
  3. 3.StudieAn update on safety and side effects of cannabidiolCannabis and Cannabinoid Research (). DOI: 10.1089/can.2016.0034
  4. 4.StudieA systematic review on the pharmacokinetics of cannabidiol in humansFrontiers in Pharmacology (). DOI: 10.3389/fphar.2018.01365