CBD-Paste: konzentrierter Hanfextrakt in der Tube

Paste ist die konzentrierteste Extraktform mit vollem Pflanzenprofil: dickflüssig, dunkel, kräuterig im Geschmack und über ein Druckgewinde abgemessen.

Geprüft von Bernard Vos am

Zuletzt aktualisiert am

Kurz gefasst

  • CBD-Paste ist ein zähflüssiger Hanfextrakt mit hohem Cannabidiol-Anteil, meist zwischen 20 und 50 Prozent.
  • Sie enthält neben Cannabidiol weitere Pflanzenstoffe und schmeckt deutlich kräuterig.
  • Abgemessen wird über ein Druckgewinde an der Tube, nicht über eine Pipette.

Den Rahmen dazu geben die CBD-Übersicht und der Vergleich der drei CBD-Spektren.

Was CBD-Paste ist

CBD-Paste ist ein Hanfextrakt, der nach der Extraktion kaum verdünnt wurde. Die Konsistenz liegt zwischen Honig und Wachs, die Farbe reicht von dunkelbraun bis fast schwarz.

Bei einem Öl wird das Extrakt in einer größeren Menge Trägeröl gelöst, meist in MCT-Öl. Bei einer Paste entfällt dieser Schritt weitgehend, weshalb der Anteil an Pflanzenmaterial pro Gramm deutlich höher ausfällt.

Genau daher stammen die typischen Eigenschaften: der kräftige Geschmack, die dunkle Farbe und die zähe Konsistenz. Eine Paste ist kein anderer Rohstoff als ein Öl, sondern dieselbe Ausgangsbasis in einer konzentrierteren Verpackungsform.

Wie sich Paste von anderen Produktformen unterscheidet

Der Unterschied liegt in der Konzentration und in der Art, wie eine Menge abgemessen wird.

  • Paste: hoch konzentriert, zäh, über ein Druckgewinde in kleinen Portionen abgegeben
  • Öl: geringer konzentriert, flüssig, tropfenweise über eine Pipette abgemessen
  • Kristalle: reines Cannabidiol als Pulver, ohne Pflanzenbegleitstoffe
  • Kapsel: eine feste Menge pro Stück, ohne Eigengeschmack

Ein Zahlenbeispiel macht den Abstand deutlich. Ein Öl mit 10 Prozent enthält rund 100 Milligramm Cannabidiol pro Milliliter. Eine Paste mit 30 Prozent enthält rund 300 Milligramm pro Gramm. Bei gleicher Menge liegt also ein Vielfaches vor, was beim Abmessen mehr Sorgfalt verlangt. Welche Größen dabei zusammenspielen, beschreibt die Seite zur Dosierung.

Welches Spektrum in einer Paste steckt

Pasten sind fast immer Vollspektrum-Produkte, weil der Reinigungsaufwand für ein Isolat der Idee einer Paste widerspricht. Enthalten sind daher neben Cannabidiol weitere Cannabinoide, Terpene, Chlorophyll und Pflanzenwachse.

Viele Pasten werden als Raw-Variante angeboten. Raw bedeutet, dass die Decarboxylierung nach der Extraktion ausbleibt oder gering ausfällt. Dadurch bleibt ein Teil des CBDA erhalten, also der Säureform von Cannabidiol. Solche Produkte sind meist noch dunkler und schmecken erdiger.

Was ein volles Pflanzenprofil bedeutet, steht ausführlich unter Vollspektrum. Wer THC-Spuren vermeiden möchte, findet unter Breitspektrum und Isolat die Alternativen, die als Paste allerdings selten angeboten werden.

Geschmack und Handhabung

Der Geschmack einer Paste ist ausgeprägter als bei jedem Öl derselben Marke. Kräuterig, bitter und erdig sind die üblichen Beschreibungen. Wer den Hanfgeschmack nicht mag, kommt mit einer Paste selten zurecht.

Praktisch sind zwei Dinge zu beachten. Die Tube gibt bei Kälte kaum etwas ab, weshalb sie vor Gebrauch kurz in der Hand angewärmt wird. Und das Gewinde am unteren Ende dreht in kleinen Schritten, sodass sich Portionen von wenigen Millimetern abteilen lassen.

Eine abgeteilte Portion lässt sich unter der Zunge halten oder auf ein Stück Brot geben. Reste am Gewinde gehören abgewischt, sonst verklebt der Verschluss.

Qualität: worauf der Laborbericht Antwort gibt

Bei hoher Konzentration wiegt eine Abweichung zwischen Etikett und Inhalt schwerer als bei einem schwachen Öl. Marktuntersuchungen fanden bei CBD-Produkten wiederholt Abweichungen vom deklarierten Gehalt (Quelle: Bonn-Miller et al., 2017). Ein Laborbericht je Charge ist deshalb kein Extra, sondern die Grundlage.

Diese Angaben gehören in den Bericht einer Paste:

  1. Cannabidiol-Gehalt in Prozent und in Milligramm pro Gramm
  2. CBDA-Anteil, falls das Produkt als Raw ausgelobt wird
  3. THC-Wert mit Nachweisgrenze
  4. Pestizide, Schwermetalle und Lösemittelreste, da Pflanzenmaterial hier konzentriert vorliegt
  5. Chargennummer passend zur Tube

Wie ein solcher Bericht zu lesen ist, steht unter Analysezertifikat lesen und prüfen, die allgemeinen Prüfpunkte unter CBD-Qualität.

Aufbewahrung

Eine Paste gehört kühl, dunkel und fest verschlossen aufbewahrt. Licht und Wärme setzen den enthaltenen Pflanzenstoffen zu, und Sauerstoff beschleunigt die Alterung des Extrakts.

Der Kühlschrank ist möglich, macht die Masse aber zäher. Ein dunkler Schrank bei Raumtemperatur ist meist der praktischere Kompromiss.

Rechtlicher Rahmen in Deutschland

Für Pasten gelten dieselben Regeln wie für andere Hanferzeugnisse zum Verzehr. Maßgeblich sind der THC-Grenzwert für Erzeugnisse aus zertifiziertem Nutzhanf und das Lebensmittelrecht. Die Zahlen stehen unter THC-Grenzwert.

Weil eine Paste stark konzentriert ist, verdient der absolute THC-Gehalt besondere Aufmerksamkeit. Ein Prozentwert unterhalb der Grenze bedeutet bei hoher Konzentration trotzdem eine spürbar größere absolute Menge als bei einem schwachen Öl. Den rechtlichen Überblick geben CBD-Gesetze in Deutschland und der Stand des Verfahrens zu Novel Food.

Stand dieser Produktgruppe

Diese Seite ordnet die Produktform ein. Welche Pasten für den deutschen Markt geführt werden, ist noch nicht festgelegt, deshalb stehen hier keine Artikel und keine Preise.

Welche Anforderungen ein Produkt erfüllen muss, steht in der Bewertungsmethodik und in der Markenübersicht.

Häufige Fragen

Ist Paste dasselbe wie Öl? Der Rohstoff ist derselbe, die Konzentration und die Konsistenz unterscheiden sich. Eine Paste enthält deutlich weniger Trägerbestandteile.

Warum ist Paste so dunkel? Chlorophyll, Wachse und weitere Pflanzenbestandteile bleiben im Extrakt. Bei Raw-Pasten fällt die Farbe noch dunkler aus.

Lässt sich eine Paste genau abmessen? Über das Druckgewinde sind kleine Portionen möglich, exakt ist das Verfahren nicht. Wer genaue Milligramm-Angaben braucht, kommt mit einer Pipette leichter zurecht.

Kann Paste in Wasser aufgelöst werden? Nein. Cannabidiol ist fettlöslich, in Wasser verteilt sich das Extrakt nicht.

Wichtiger Hinweis

Diese Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine ärztliche Beratung. CBD ist kein Arzneimittel, mit Ausnahme zugelassener Präparate wie Epidyolex. Wenn Sie Medikamente einnehmen, schwanger sind oder stillen, sprechen Sie bitte vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Quellen

  1. 1.StudieLabeling Accuracy of Cannabidiol Extracts Sold OnlineJAMA (). DOI: 10.1001/jama.2017.11909
  2. 2.Cannabidiol Novel Food consultationEuropean Food Safety Authority ()